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Sich einmal wie ein richtiger Fachminister eines der verschiedenen Mitgliedsländer der Europäischen Union fühlen. Das durften die 22 Schülerinnen und Schüler des Jakob-Fugger-Gymnasiums der neunten, zehnten und elften Jahrgangsstufe am Montag, dem 23.7.2012, im Rahmen eines Planspiels hautnah miterleben, das vom Förderverein unserer Schule organisiert wurde. „Wie, Planspiel?", fragten sich auch einige von uns Schülern vor der Anmeldung. Nun, bei einem Planspiel handelt es sich um eine Art Rollenspiel, bei dem junge Leute die Möglichkeit bekommen, in die Rollen politischer Akteure zu schlüpfen und so einen Einblick in politisch-gesellschaftliche Prozesse erhalten.

Geleitet von Frau Staufer von der Europäischen Akademie Bayern spielten die Jugendlichen dieses Mal das Planspiel mit dem Thema „Europa und die Boat People", bei dem der Umgang mit Flüchtlingen aus Nordafrika kontrovers und tiefgehend diskutiert wurde. Nach einer kurzen Einführung wurden die verschiedenen Institutionen und Einrichtungen erklärt. Von besonderer Wichtigkeit war hierbei der Rat der Europäischen Union, der besonders für die gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik zuständig ist. Die Teilnehmer durften sich jeweils zu zweit in einen der Fachminister der jeweiligen Länder (Spanien, Lettland, Italien, Frankreich, Schweden, Griechenland, Großbritannien, Deutschland und Polen) des Rats versetzen und nach den verschiedenen Möglichkeiten und Bedürfnissen politisch handeln.

Vor der ersten Diskussions- und Entscheidungsrunde gab es zunächst eine kleine Einlesephase mit allgemeinen Fakten über Flüchtlinge aus Nordafrika, aber auch länderspezifischen Situationen und Positionen zur Flüchtlingspolitik. Auch dank informativen und meinungsbildenden Filmen konnten sich die 22 Schülerinnen und Schüler in die verschiedenen Rollen versetzen.

Dann begann auch schon die erste Diskussionsrunde, in der es um langfristige Maßnahmen zur Unterstützung der Flüchtlinge und zur Entlastung der direkt betroffenen Länder, wie zum Beispiel Griechenland, Italien und Spanien, ging. Die verschiedenen Vorschläge wurden bewertet, verbessert und schlussendlich darüber abgestimmt. Somit kam der Rat der Europäischen Union des Jakob-Fugger-Gymnasiums zu der Entscheidung, den zur Verfügung stehenden Etat für langfristige Präventionsmaßnahmen direkt in Afrika, wie beispielsweise Bildung und Wasserversorgung, einzusetzen. Nach weiteren Filmen und Informationsmaterialien gab es noch eine zweite angeregte Diskussionsrunde über kurzfristige Maßnahmen, unter anderem der Ausweitung der Flüchtlingslager, und einer verstärkten Kontrolle des Mittelmeerraumes. Besonders erstaunlich war es zu sehen, dass schon ein scheinbar kleiner Anteil von Gegenstimmen die Kraft hat, eine notwendige Mehrheit zu verhindern, beispielsweise konnten einige Beschlüsse durch die Enthaltung allein von Deutschland und Frankreich gekippt werden.

Insgesamt war das Planspiel eine aufregende Abwechslung zum „normalen" Unterricht, die für uns alle erstaunliche Einblicke in die europäische Politik gewährte und durch spannende und realitätsnahe Methoden Wissen vermitteln konnte.

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