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091109_2_kl.jpgAm 9. November 2009 machte sich die Klasse 9b mit ihrem Geschichts- und Sozialkundelehrer Herr Höfer zur neuen Stadtbücherei auf, um eine Ausstellung über Wohnungslose im Nationalsozialismus anzusehen. Dabei stand uns freundlicherweise Christian Meier, ein Mitglied des SKM Augsburg, für Fragen zur Verfügung. Die Ausstellung legte dar, wie sich der Staat im Nationalsozialismus gegenüber Wohnungslosen verhielt und wie das Leben eines Wohnungslosen war. Ein Wohnungsloser war zum Beispiel ein Wanderarbeiter, der von Stadt zu Stadt zog und immer wieder kleine Jobs annahm. Jedoch gab es auch Bettler und wirkliche Obdachlose, die kein Geld hatten, um sich zu versorgen.

09112009_kl.jpgVor allem diese waren zu dieser Zeit nicht gerne gesehen. Wohnungslose mussten, wenn sie zur nächsten Stadt zogen, bestimmte Routen einhalten und einen Pflichtausweis bei sich tragen. In diesem wurde abgestempelt, wann er wo und wie lange gearbeitet hat. So wollte der Staat herausfinden, wer ein arbeitsscheuer Bettler war und wer ein tüchtiger Arbeiter. Wohnungslose verurteilte man sehr oft und wies sie in Konzentrationslager und Arbeitslager ein. Die harten Arbeitsbedingungen hielten viele nicht aus. In der heutigen Zeit ist dies undenkbar. Doch noch immer gibt es Obdachlose, die jeden Tag versuchen zu überleben, indem sie betteln gehen. Jeder Obdachlose hat seine eigene Vorgeschichte. Die einen kamen nach einer Haftstrafe aus dem Gefängnis und hatten nichts mehr. Manche wurden von ihrem Lebenspartner verlassen, andere haben einfach nicht genügend Einkommen und können deshalb ihre Miete nicht zahlen und müssen ausziehen. Es passiert oft denen, die wenig Einkommen haben. Sehr viele Obdachlose sind Männer, denn Obdachlose Frauen finden schnell Unterkunft bei Bekannten und Freunden oder sie wenden Wohnungsprostitution an. Sie lächeln sich also einen reicheren Mann an, bei dem sie sicher sein können, dass er für ihren Unterhalt sorgen kann. Alkohol, Drogen, Schulden und psychische Krankheiten sind große Belastungen für Personen, die gezwungen sind, auf der Straße zu leben.

Der SKM Augsburg setzt sich aktiv für Obdachlose ein und stellt eine Grundversorgung zur Verfügung. Obdachlose können bei SKM- Stellen essen, schlafen, ihre Kleidung waschen, duschen und jede Woche kommt ein Arzt vorbei. Der SKM Augsburg hilft Obdachlosen wieder auf eigene Beine zu kommen und begleitet sie wieder auf den Weg hinein in die Gesellschaft, aus der die meisten Obdachlosen ausgeschlossen worden sind. Einer der wichtigsten Bestandteile, wieder zurück in ein normales Leben zu kommen, ist das Sicherstellen einer Postanschrift. Denn, wenn man keine Wohnung und somit keine Postanschrift besitzt, kriegt man keine finanzielle Unterstützung vom Staat und ohne Geld gibt es keine Wohnung. Um diesen Teufelskreis zu unterbrechen, bietet der SKM seine Adresse als Postanschrift für Obdachlose an. Der SKM erleichtert das Leben von Obdachlosen sehr, doch noch immer gibt es in Augsburg um die 30 Menschen, die überhaupt kein Zuhause haben und mehrere hundert Menschen, die einen Großteil ihrer Zeit auf der Straße verbringen.

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