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Vom 27. bis 30. Juli 2012 führte das P-Seminar Römerstädte die vorgesehene mehrtägige Exkursion durch: Die Wahl viel auf Colonia Claudia Ara Aprippiniensis und Colonia Ulpia Traiana, zu deutsch Köln und Xanten. Die Bilder, aufgenommen in hervorragender Qualität von Andreas Lichtinger, dem ich an dieser Stelle herzlich danken möchte, dokumentieren sowohl den eigentlichen Zweck des Unternehmens als auch das Ambiente.

Wir wohnten in der Jugendherberge Köln-Deutz, so dass wir nur über die Hohenzollernbrücke mussten (siehe Bild), um in der City zu sein. An dieser Brücke haben Tausende von Liebespaaren Vorhängeschlösser angebracht, was nachts zu einem besonderen Lichteffekt führt. Auf den Bildern sieht man die Gruppe beim Gang durch die Altstadt: hier sind Teile der römischen Mauer und ein Stück Abwasserleitung sichtbar; im Museum, welches über dem in situ erhaltenen Mosaik einer römischen Stadtvilla errichtet worden ist und im sog. Prätorium. Dieses Prätorium war der Sitz des Statthalters der Provinz Germania inferior (Niedergermanien) und wurde erst gegen Ende der Römerzeit, d.h. im späten 4.ten Jahrhundert n. Chr., errichtet. Das Gebäude kam nach dem 2. Weltkrieg wieder zum Vorschein, da diese Gegend so stark zerstört war, dass keines der historischen Gebäude auf dem Gelände zu retten war. Man entschloss sich also, an der Stelle ein neues Rathaus zu bauen und die römischen Funde im Keller zu einer archäologischen Zone zu machen. Die Ausgrabungsstätte (Bild unten) hat es übrigens sogar zu literarischem Ruhm gebracht: In den 70iger Jahren erschien als eines der ersten Bücher, das einen leicht lesbaren Überblick über die römischen Orte in Deutschland, Österreich und der Schweiz bot, das Buch „Mit dem Fahrstuhl in die Römerzeit“. Gemeint war das Prätorium in Köln! Des Weiteren besuchten wir den Archäologischen Park der Stadt Xanten. Etwas außerhalb der Stadt, auch heute noch mehr oder weniger auf der grünen Wiese, lag die römische Stadt „Colonia Ulpia Traiana“, auch CUT genannt. Es ist die einzige bedeutende Römerstadt ohne direkte Siedlungsnachfolge, das mittelalterliche Xanten entstand nämlich etwas abseits entlang einer Ausfallstraße, also außerhalb der ehemaligen Stadtmauern, rund um zwei Märtyrergräber. Das bedeutet natürlich, dass hier die Archäologen tatsächlich optimale Bedingungen vorfinden. Der archäologische Park bietet die Rekonstruktion des Amphitheaters, eines Tempels und einer Mansio, einer Art Motel. Ganz neu und wirklich sehenswert ist das dazugehörige Museum mitsamt überdachter Therme. Die Bögen der Dachkonstruktion setzen an den Originalstandorten der tragenden Pfeiler an und ermöglichen es damit, sogar einen Raumeindruck des ehemaligen Badetempels zu bekommen. Die Bilder von Xanten fehlen leider noch, wir hoffen aber, sie bald nachliefern zu können. Das Bild mit der Baustelle und dem Blumenschmuck, es entstand auf dem Weg nach St. Maria im Kapitol, dem ehemaligen Standort des Tempels für die kapitolinische Trias Jupiter, Juno und Minerva,  ist an der Stelle aufgenommen, an der vor ein paar Jahren das Archiv der Stadt Köln in die Baugrube der neuen U-Bahn stürzte. Es gab drei Todesopfer. Ursache war Habgier: Eisenstreben, die die Ausschachtung abstützen sollten, waren für einen geringen Betrag auf dem Schrottmarkt verkauft worden.

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