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KZ-Zeitzeuge103_klAm Mittwoch, den 7.12.2011 von 8:55-10:25 Uhr besuchte Ernst Grube, ein Zeitzeuge des antisemitistischen Terrors in der Zeit des Nationalsozialismus, das JFG. Die Veranstaltung, an der alle Schüler der 9. Jahrgangsstufe teilnahmen, begann mit der Begrüßung durch den Schulleiter Michael Kretschmer, der einführend sehr anschaulich die Todesmärsche aus dem Konzentrationslager Dachau gegen Kriegsende schilderte. Dann begann der Zeitzeuge mit seinen Ausführungen. Ernst Grube, 1932 in München geboren, lebte dort mit seiner Familie. Sein Vater war evangelischer Sozialist, seine Mutter Jüdin.

Am 8.11.1938, einen Tag vor der Reichspogromnacht, wurde der 6-jährige Grube zusammen mit seinem Bruder und seiner Schwester in einem jüdischen Kinderheim in München-Schwabing untergebracht, da die Wohnung der Eltern, die sich im Haus der Israelitischen Kultusgemeinde befand, konfisziert wurde.

Als das Kinderheim dann 1942 aufgelöst wurde, kamen die Kinder im Sammel- und Deportationslager Milbertshofen wieder zu ihren Eltern. Kurz danach brachte man sie in die „Heimanlage für Juden" in Berg am Leim. Am 20.02.1945 wurden sie erst in die Zentrale der Geheimen Staatspolizei und danach in das Konzentrationslager Theresienstadt in Tschechien deportiert. Dieses Konzentrationslager war eigentlich für 5000 Inhaftierte gebaut worden, dort wurden aber dann bis zu 50.000 Menschen untergebracht. Zu dem Zeitpunkt, als er deportiert wurde, war Auschwitz bereits befreit, und kurz danach wurde auch das Lager in Theresienstadt von der Roten Armee aufgelöst. Der Zeitzeuge berichtete davon, wie glücklich er war, als die Sowjets ankamen. Er sei vor Freude auf einen Wagen der roten Armee gesprungen und habe die Soldaten umarmt. Auf diese Weise schilderte er uns eindrücklich, wie sein Leben damals aussah, wie das Nazi-Regime die Juden unterdrückte und das Volk auf sie hetzte. Zum Beispiel durch den Judenstern oder den verpflichtenden zweiten Vornamen, Sarah für Frauen und Israel für Männer. Nach dem Vortrag stellten die anwesenden Schüler noch viele Fragen, die vom Zeitzeugen in sehr persönlicher Weise beantwortet wurden. Ernst Grube brachte uns seine Erlebnisse in dieser schlimmen Zeit nahe und dafür wollen wir uns bei ihm und beim Bundestagsabgeordneten Heinz Paula, der den Kontakt zum Zeitzeugen vermittelte, herzlich bedanken.

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