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Am 08.07.2015 bekamen die Schüler der Jahrgangsstufe 6 Informationen zur römischen Militär- und Kampfkultur „aus erster Hand“. Der Historiker Dr. Marcus Junkelmann erläuterte den Schülern, wie die römischen Legionäre lebten und kämpften und wie hoch die Überlebenswahrscheinlichkeit eines Gladiators war, der in einer antiken Arena seinem Handwerk nachging.

Das Besondere an dem Vortrag: Dr. Junkelmann hat vieles davon am eigenen Leib erfahren. Schon 1985, aus Anlass der 2000-Jahr-Feier Augsburgs, zog er mit 7 weiteren Männern in Legionärsausrüstung von Italien über die Alpen bis nach Augsburg. Ausgestattet mit rekonstruierten Ausrüstungsgegenständen wie antiken Ledersandalen, Schwertern, Helmen, Schildern und Kettenhemden konnten die Abenteurer auf ihrer einmonatigen Reise erfahren, wie es den Legionären vor 2000 Jahren beim Marschieren ergangen war. Im Laufe seines Vortrages präsentierte Dr. Junkelmann viele dieser Gegenstände, die die Schüler anfassen oder sich wie bei den Helmen auch selbst aufsetzen konnten. So konnte man erahnen, wie beschwerlich eine Reise mit einem fast 10 Kilogramm schweren Kettenhemd und einem Gesamtausrüstungsgewicht von etwa 45 Kilogramm war, wenn man circa 25 Kilometer pro Tag zurücklegen musste.

Wegen des großen Erfolgs und Erkenntnisgewinns wiederholte Dr. Junkelmann die Reise einige Zeit später auch noch mit Pferden und gewann so Erkenntnisse über die römische Reiterei. Die praktisch erlebbare Geschichte wurde zu seinem Spezialgebiet und so versuchte er im Weiteren auch mehr über die römischen Gladiatoren herauszufinden, indem er ihre Ausrüstungsgegenstände nachbaute und diese zusammen mit seinen Helfern in der Praxis ausprobierte. Dieses Ausprobieren durfte auch im Jakob-Fugger-Gymnasium nicht fehlen. Insgesamt vier sportliche Schüler aus der Jahrgangsstufe 11 wurden als Gladiatoren eingekleidet und durften nach einer kurzen Einweisung ihr Glück versuchen. Angefeuert vom Publikum und überwacht durch den als Schiedsrichter fungierenden Dr. Junkelmann kämpften die Gladiatoren, die sich zuvor noch schillernde Namen wie „Herkules“ oder „Ursus“ (der Bär) gegeben hatten, um den Sieg. Dabei zeigte sich schnell, dass ein Netz, mit dem man den Gegner aus dem Gleichgewicht bringen kann, eine genauso effektive Waffe sein kann, wie ein Schwert oder ein Dreizack. Genau wie bei 90% der antiken Gladiatorenkämpfe kam zum Glück auch bei den Fuggerschen Kämpfen niemand ernsthaft zu Schaden. Die spannenden Gladiatorenkämpfe waren der krönende Abschluss eines anschaulichen und interessanten Vortrages.

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