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IMG 22271Am 27. November 2014 fuhren alle Schüler der neunten Jahrgangsstufe des Jakob-Fugger- Gymnasiums zur KZ-Gedenkstätte in Dachau. Uns begleiteten Frau Straßburger, Herr Höfer, Herr Ihrig und Herr Stein.
Nach einer kurzen Busfahrt wurden wir, in Dachau angekommen, klassenweise einem Gruppenbegleiter zugewiesen.

Wir starteten unsere Führung in einer Baracke, die nachträglich originalgetreu errichtet wurde, da alle Baracken nach der Auflösung des KZs abgerissen wurden. Dort setzten wir uns und unser Begleiter, der sich als Herr Reich vorstellte, begann uns über das Leben der Häftlinge des Lagers zu erzählen. Man konnte aus vielen verschiedenen Gründen dort inhaftiert werden. Je nachdem, welcher es war, hat man denjenigen dreieckigen Aufnäher auf seiner Kleidung bekommen. Es gab ihn in sechs verschiedenen Farben: grün für die Verbrecher, egal ob Mörder oder Schwarzfahrer; rot für politische Gegner des Nationalsozialismus, wie zum Beispiel Kommunisten; lila für die Zeugen Jehovas, auch Bibelforscher genannt; schwarz für die „Asozialen", wie Arbeitslose; rosa für homosexuelle Männer und blau für Emigranten, also Leute die ausgewandert sind. Zudem hatte man als Häftling keinen Namen, sondern bekam eine Nummer. Strafen und schwere körperliche Arbeit standen an der Tagesordnung, was wir aber zum Glück nicht allzu vertieft haben.


In den Baracken, die für etwa 70 Männer vorgesehen waren, aber in denen sich dann tatsächlich bis zu 500 aufhalten mussten, herrschte so großer Platzmangel, dass es nicht selten zu Auseinandersetzungen zwischen den Häftlingen kam. Auch die rasche Verbreitung von Krankheiten war ein großes Problem; vor allem als Typhus ausbrach, kam es zum Massensterben.IMG 22431Auf dem Weg zum Krematorium und der Gaskammer kamen wir an den Flächen vorbei, auf denen früher die Baracken standen. Unser Führer sagte uns, wir sollen uns die Gaskammer, die aus ungewissen Gründen niemals genutzt wurde, sowie das Krematorium besichtigen. Danach gingen wir ein Stück und stellten fest, wie unmöglich es gewesen war, direkt aus dem Lager auszubrechen. Es gab einen sieben Meter breiten Wiesenstreifen, wenn man diesen betreten hätte, hätte man wegen Fluchtgefahr sofort und ohne Vorwarnung erschossen werden dürfen. Dahinter kam ein zwei Meter breiter Graben, auf dessen anderer Seite am Boden Stacheldraht gespannt war. Hätte man diese Hindernisse tatsächlich alle überwunden, kam dann noch ein hoher Zaun, auf dem Hochspannung war und bei dessen Berührung man sofort gestorben wäre. So brachten sich auch viele Gefangene um, die ihr Leben im Konzentrationslager nicht mehr verkrafteten. Jemand schaffte die Flucht jedoch tatsächlich, indem er sich unter den Wagen mit der schmutzigen Wäsche, die aus dem Lager gebracht worden war, gebunden hatte und ihn so niemand bemerkte.


Danach war unsere Führung zu Ende und wir hatten noch eine halbe Stunde, um uns selbstständig die Bunker anzusehen. Anschließend trafen wir uns in einem Kinosaal und schauten eine Dokumentation an, deren schreckliche Bilder uns die Grausamkeit nochmals deutlich machten: ausgemergelte Körper und die vielen Leichen, die überall gestapelt herumlagen.


Es ist kaum zu fassen, dass dies alles vor nicht einmal einem Jahrhundert hier bei uns in Deutschland passiert ist. Die Eindrücke, die wir an diesem Tag bekommen haben, sollten uns deutlich machen, dass so etwas auf keinen Fall noch einmal passieren darf. Mir persönlich war es, als wir wieder in Augsburg angekommen waren, wesentlich wohler zumute.

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