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"Kasachstan - das liegt doch irgendwo so... bei Russland!?" So (oder ähnlich...) verlaufen hierzulande nicht selten die Reaktionen, wenn die Sprache in unseren Reihen auf dieses - oft außerhalb des eigenen Wahrnehmungsbereich empfundene - Land kommt. Kaum einer hat dabei die erstaunlichen Fakten vor Augen, dass es sich um den flächenmäßig neuntgrößten Staat der Erde, eine aufstrebende Wirtschaftsmacht - und Ausrichter der Weltausstellung EXPO 2017 handelt.

Umso erfreulicher ist es daher, dass das Jakob-Fugger-Gymnasium im Schuljahr 2016/17 mit einem ganz besonderen Schüleraustausch die Gelegenheit zur Begegnung mit Land und Leuten dieser Region Mittelasiens  bekommt. Zunächst trafen innerhalb dieses Programms Anfang Dezember 2016 neun Schülerinnen und Schüler der Mittelschule Amankaragai (Region Qostanai) im Norden Kasachstans mit ihren Lehrkräften Eugenija Gorban und Nazipa Alimbaewa in Augsburg ein um knapp zwei Wochen lang mit ihren Austauschpartnern, Schülerinnen und Schüler der 8.-10. Jahrgangsstufe des JFG, ein intensives kulturelles und wissenschaftliches Programm zu erleben - und  dabei herzliche Freundschaften zu knüpfen.

Die Initiative für diese interkulturelle Kooperation ging auf das Goethe-Institut in Frankfurt zurück, das durch ihr Jugendaustauschprogramm Verknüpfungen zwischen Jugendlichen Osteuropas und Zentralasiens mit Deutschland herzustellen versucht. Insbesondere sollen junge Angehörige deutscher Minderheiten vor Ort die Gelegenheit erhalten durch einen projektbezogenen Besuch ihre Mittlerrolle zwischen ihren Heimatländern und Deutschland herzustellen. Die hochmotivierte Gruppe von Deutschschülern aus dem kleinen Ort Amankaragai hatte sich mit ihrem Projektthema "Mit Deutschland in die Zukunft der erneuerbaren Energien" als Wettbewerbssieger des Goetheinstitutes qualifiziert - und fand im Jakob-Fugger-Gymnasium einen höchst interessierten und mit der Thematik bestens vertrauten Schulpartner.

Unsere Gäste aus Mittelasien erlebten Augsburg in der schönsten Vorweihnachtszeit - und lernten - mitunter staunend -  die für uns so selbstverständlichen Traditionen wie Weihnachtsmärkte, Plätzchen, Adventfeiern u.v.a. kennen. Große Begeisterung riefen andererseits ihre einzigartigen Beiträge zur Völkerverständigung hervor, die sie beim Adventskonzert des Jakob-Fugger-Gymnasiums am 07.12.16 in der Heilig-Kreuz-Kirche in Wort und Musik (Arina Sacharkina, Sologesang und Ainura Bekina, Dombra - mittelasiatische Langhalslaute) präsentierten.
Weitere neue und interessante Erfahrungen erwarteten unsere Gäste auch auf dem Gebiet der erneuerbaren Energien, auf dem Deutschland - und speziell die Stadt Augsburg - eine internationale Vorreiterrolle einnimmt. Hier halfen ihnen praktische Workshops der Fachschaft Physik des JFG und des Umweltamtes Augsburg sowie Besichtigungen vor Ort (Biogasanlage, Plusenenergiegebäude, Museum Mensch und Natur München) einen Eindruck vom vielfältigen Engagement zur nachhaltigen Ressourcennutzung in unserer Region zu erhalten. Ziel war unter anderem auch, diese Erkenntnisse in ihre Heimat Kasachstan zu transportieren, das als rohstoffreiches Schwellenland mit enormem Potential momentan erst am Anfang einer Wende in Richtung erneuerbare Energien steht.
Nicht umsonst wird dieses Thema „Renewable Energies“ auch den Leitgedanken der Weltausstellung EXPO 2017  darstellen, die ab 10. Juni 2017 in der kasachischen Hauptstadt Astana ausgetragen - und die Hauptattraktion des Gegenbesuchs der Schülergruppe des Jakob-Fugger-Gymnasiums darstellen wird. Vom 01. - 12.06.2017 wird die Schülergruppe mit ihren begleitenden Lehrkräften Stefanie Sittner und Camillo Walcher vom JFG Gelegenheit haben, das „Kasachstanabenteuer“ hautnah zu erleben. Es gilt dann auch, das zweite gemeinsame interkulturelle Projekt, die „Spurensuche zwischen Identität und Integration“ voranzutreiben und entsprechende sprach- und kulturwissenschaftliche Untersuchungen in den Dörfern der letzten verbliebenden „Russlanddeutschen“ in der Region Qostanai/Kasachstan vorzunehmen.

Hier finden Sie den Presseartikel der Augsburger Allgemeinen.

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