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Ein Geographie Urban Gardeningr21eigener Garten - in der Innenstadt? Unmöglich! Oder eben doch...wenn man die "Gärten" auf wenige Zentimeter Durchmesser minimiert - und einen guten Blick für geeignete Standorte besitzt, für "Oasen" in der "Betonwüste". Was hier einigermaßen futuristisch anmuten mag, wurde Realität für die Klasse 8 a des Schuljahres 2014/15 - und liegt noch dazu weltweit voll im Trend: Urban Gardening oder - in der anarchistischen Variante - Guerilla Gardening. Und tatsächlich liegt der Vergleich hier nahe, manche "Kämpfer für die grüne Sache" einer "Guerillataktik" zu bezichtigen, denn sie operieren meist nachts und deponieren ihre Samenbomben unerkannt an öffentlichen oder privaten Plätzen, damit sich Wochen später Anwohner wie "Kampfgärtner" an den unerwarteten "Blütenexplosionen" erfreuen dürfen.  So ließ sich die Klasse 8a ausgesprochen gerne dazu motivieren - hier allerdings in Abstimmung mit Schulleitung und Hausmeister - ihr Schulumfeld  aktiv mitzugestalten,  Samenbomben zu formen, diese an bestimmten Punkten der Außenanlagen des Jakob-Fugger-Gymnasiums abzulegen, sie (im heißen Sommer 2015)  zu wässern und zu schützen.

Sie erfuhren fachkundige Anleitung durch Regina Ostner, Lehramtsstudentin am Institut für Geographie (Betreuerin:  Claudia Resenberger) der Universität Augsburg, die sich im Rahmen ihrer Zulassungsarbeit zum 1. Staatsexamen mit dem faszinierenden Konzept des "Gartens als Lernort"  beschäftigte. In eineGeographie Urban Gardeningr2m kurzen theoretischen Teil stellte sie Konzepte einer dynamisch-nachhaltigen "Stadt als Beet" vor (u.a. anhand des Prinzessinnengartens in Berlin), wo sich Menschen unterschiedlicher Provenienz und verschiedener Milieus zusammenfinden um gemeinsam ihr Wohnumfeld als Garten zu gestalten. Außerdem wurden die Standortansprüche verschiedener Pflanzensorten, die in den Samenbomben ausgebracht werden sollten, vorgestellt um jeweils optimale Plätze (hier an der Ostseite des A-Trakts) zu finden. Groß war dann natürlich die Freude darüber, gemeinsam aus Ton, Erde, Chili (Schneckenschutz)  und verschiedenen Pflanzensamen (u.a. Kapuzinerkresse, Mohn, Margerite, Zitronenmelisse) kleine Geographie Urban Gardeningr40"Matschkugeln" zu formen und sie in abgesperrten Arealen ihrer natürlichen Entwicklung zu überlassen. Gespannt beobachtete man daraufhin täglich, wie sich allmählich zarte Keime aus den Samenbomben herausstreckten und schließlich grüne Inseln bildeten (bis das Amt für Grünordnung - trotz Vorabsprachen - der "grünen Unordnung" ein jähes Ende bereitete). Interessant war auch die Anteilnahme von Passanten, die sich im Laufe des Projekts sogar selbst als "Urban Gardeners" outeten und die Klasse 8a mit Zuspruch und Tipps unterstützen. Insgesamt wurde den Schülern auf einfache Weise und höchst handlungsorientiert klar, dass auch sie auf diese Weise zur Gestaltung ihrer Heimat beitragen können und sie ihr direktes Lebensumfeld positiv und nachhaltig mitgestalten können. Und - wann darf man sich im (oft so trockenen...) Schulalltag sonst einmal so richtig planmäßig die Hände schmutzig machen?

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