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felix kuschel 1Als ich vor nunmehr vier Monaten in Washington D.C. aus dem Flugzeug stieg war ich müde, glücklich und vor allem eines: gespannt! Die USA mit ihren unbegrenzten Möglichkeiten lag vor mir, bei 30° und klarem Himmel trug die majestätisch im Wind wehende Flagge ihren Teil dazu bei. Die Stars&Stripes-Flagge sollte mir noch öfter begegnen und ein fester Bestandteil meines amerikanischen Lebens werden.

Doch beginnen wir von vorn...

Als ich meine Familie das erste Mal traf, war mir mulmig zumute. Ich hatte das wunderschöne Washington D.C. verlassen, meine Freunde und ich hatten uns dort getrennt und nun wurde es wohl ernst. Doch meine Gastmutter Stefanie und mein Gastvater Jeff empfingen mich am Flughafen mit offenen Armen. Obwohl ich zunächst Probleme hatte, die beiden zu verstehen, verstanden wir uns von Anfang an ausgezeichnet. Die beiden fuhren mit mir direkt zu einem großen Familienfest, wo ich die gesamte Verwandtschaft (was mich da noch gehörig verwirrte) und meine drei Gastgeschwister, Nick, Sym und Sam aus Spanien kennenlernte. Wir schwammen im See um die Wette und Nick fuhr mit mir einmal um den Block, um mir alles zu zeigen. Als ich am Abend ins Bett fiel, war ich unfassbar glücklich und müde.

Nur etwa eine Woche später wählte ich in meiner neuen Schule meine Fächer und stieg ins Fußballtraining der Perry High School ein. Ich lernte einige Mitschüler kennen, knüpfte die ersten Freundschaften und wurde schnell ins Team aufgenommen. Anfangs konditionell noch nicht auf der Höhe konnte ich nach drei Wochen und täglich drei Stunden Training locker mithalten. Die Fußballsaison war großartig! Insgesamt und durch den Fußball habe ich unglaublich schnell Anschluss in der Schule gefunden.

Während dieser Zeit lernte ich einige amerikanische Traditionen besser kennen. Vor jedem Spiel wandte man sich zur Flagge, die Hand aufs Herz, und sang die Nationalhymne. Bevor der Unterricht beginnt, wird die „Pledge of Allegiance" aufgesagt, der amerikanische Treueschwur. Generell ist der amerikanische Nationalstolz deutlich ausgeprägter als unser deutscher – anfangs ungewohnt, doch schon bald spürte auch ich das großartige Zusammengehörigkeitsgefühl.


Aber zurück zu den Traditionen. Am 31. Oktober feierten wir Halloween. Wir schnitzten Kürbisse, dekorierten unser Haus und verkleideten uns! Ein paar Freunde hatten mich eingeladen, mit ihnen einen Film anzuschauen und dann zu „Trick-or-Treaten". Das Ganze war einfach nur cool und völlig anders als bei uns in Deutschland. Gärten wurden zu Friedhöfen umdekoriert, Nebelmaschinen erzeugten eine grusligere Atmosphäre und viele Erwachsene hatten sich monströs geschminkt. Wir hatten einen tollen Abend.

Ende November feierten wir Thanksgiving in West Virginia, wo wir Uncle Joe und seine Familie besuchten. Wir beteten, aßen ein typisches turkey-dinner und schauten football. Ich habe Thanksgiving als ein sehr harmonisches und frohes Beisammensein der Familie erlebt. Es war eine tolle Erfahrung.

Und jetzt steht schon Weihnachten vor der Tür. Nach meinen vier Monaten hier kann ich ein klares Fazit ziehen: Es war die richtige Entscheidung mich auf das Abenteuer USA einzulassen.
Obwohl sich die USA auf den ersten Blick von Europa kulturell kaum unterscheidet, so habe ich dort dennoch neue und andere Werte, unterschiedliche kulturelle Einflüsse, Gewohnheiten, Sitten, Bräuche und auch neue Ansichten kennengelernt. Ich habe großartige Menschen kennengelernt und ich bin toleranter, offener und neugieriger geworden. Meine Zeit hier war bislang großartig und ich freue mich schon auf 2015.

Soweit von mir. Ich wünsche allen Fuggeranern, den Schülern und Lehrern ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr.

Ganz viele Grüße aus dem kalten Michigan,

Euer Felix

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