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Cover SalzSeeIch bin auf das Buch aufmerksam geworden, da es in den letzten beiden Jahren zahlreiche internationale Preise gewonnen hat und auch bei den Buchbewertungen (z.B. bei Amazon) durchweg mit „sehr gut“ beurteilt wurde.

Zu den ihm verliehenen Auszeichnungen zählen so renommierte Preise wie der Goodreads Choice Award 2016, die Carnegie Medal 2017, der Golden Kite Award 2017 oder der Audie Award for Young Adults 2017.

Fakten:

- geschrieben von Ruta Sepetys (US Amerikanerin mit litauischen Wurzeln)

- 400 Seiten, 19,99 Euro; erschienen im Königskinder-Verlag

- hervorragend recherchierter Geschichtsroman

zum Inhalt:

Das Buch erzählt die Geschichte der vier Protagonisten Emilia, Joana, Florian und Alfred und spielt 1944, also im letzten Kriegsjahr des Zweiten Weltkriegs. Deutschland steht kurz vor der Kapitulation, trotzdem erlaubt Hitler den Menschen im Osten nicht, vor der sich immer weiter nähernden russischen Armee zu flüchten. In Ostpreußen - dem heutigen Polen sowie Russland - versuchen die Menschen die Küste zu erreichen, um von dort per Schiff weiter nach Westen zu gelangen. Die Angst vor dem Feind und die schrecklichen Ereignisse des Krieges zwingen die Menschen zur Flucht, so auch die Protagonisten, deren Geschichte das Buch erzählt. Die vier treffen auf ihrer Flucht aufeinander, alle haben ihr eigenes schreckliches Geheimnis und alle sind zunächst völlig auf sich allein gestellt. Erst im Verlauf der Geschichte schlagen sie sich gemeinsam durch und können sich auf die Wilhelm Gustloff retten. Das Schiff wird aber von einem  russischen Torpedo getroffen und sinkt. Ob Emilia, Joana, Florian und Alfred zu den 1239 Überlebenden des mit über 10.000 Personen völlig überladenen Bootes gehören, soll an dieser Stelle nicht verraten werden.  Das Erlebte wird von den vier Hauptpersonen in der Ich-Perspektive erzählt, sie wechseln sich dabei ab. Die Geschichte bleibt bis zum Schluss höchst spannend.

Warum mir das Buch gefällt:

Die Protagonisten sind zwar frei erfundene Figuren, erzählen aber das Schicksal von Millionen von Menschen, die während des Zweiten Weltkriegs ihre Heimat, Freunde und Familie verloren haben. Die Autorin hat mehrere Jahre für den Roman recherchiert und viele Besonderheiten ihrer Figuren basieren auf den Schicksalen von Menschen, die wirklich gelebt haben. Überdies sind die Gegebenheiten des Schauplatzes und der Zeit nicht frei erfunden, sondern spiegeln die Ereignisse wahrheitsgemäß wieder.

Meine Oma - Jahrgang 1927 und in Königsberg in Ostpreußen geboren - musste selbst als 14-Jährige über das zugefrorene Haff fliehen. Auf gewissen Weise erzählt das Buch also auch ihre Geschichte - mit Sicherheit hat das Buch für mich auch deshalb eine besondere Bedeutung. Und wenn man auf die momentane Situation der vielen Flüchtlinge blickt, die über das Mittelmeer nach Europa gekommen sind, so verfügt das Thema über eine erschreckende Aktualität.

Der Untergang des Schiffes „Wilhelm Gustloff“ war die schlimmste Schiffskatastrophe in der Geschichte der Schifffahrt. Über 9000 Menschen fanden in dieser Januarnacht den Tod. Obwohl das Buch sich auch um dieses traurige Ereignis dreht, schafft es die Autorin neben den Kriegsschrecken auch immer einen hoffnungsvollen Unterton mitschwingen zu lassen, der dem Buch insgesamt eine positive und lebensbejahende Note verleiht.

Der einzige Nachteil des Buches besteht darin, dass es im Moment (Stand August 2017) nur als Hardcover erhältlich ist. Ihr könnt das Buch aber in unserer Bibliothek ausleihen :).

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