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Vom WWG zum WSG-W

Im Rahmen der Einführung des achtjährigen Gymnasiums (G8) in Bayern wurde aus dem ehemaligen eigenständigen Wirtschaftswissenschaftlichen Gymnasium (WWG) das Wirt-schafts- und Sozialwissenschaftliche Gymnasium (WSG) mit sozialwissenschaftlichem Profil (WSG-S) und mit wirtschaftswissenschaftlichem Profil (WSG-W).

Stellt man das neue WSG-W dem alten WWG gegenüber, ergeben sich zunächst gravierende Unterschiede in der Stundentafel der Fächer Sozialkunde und Wirtschaft und Recht. Die Sozialkunde wurde im WWG nur in der Jahrgangsstufe 10 unterrichtet, im ersten Halbjahr einstündig, im zweiten Halbjahr zweistündig. Im WSG-W wird das Fach Sozialkunde nun dergestalt aufgewertet, dass es bereits in der Jahrgangsstufe 9 zweistündig beginnt und in der Jahrgangsstufe 10 einstündig, gekoppelt mit dem Fach Geschichte, fortgeführt wird. Dies stellt eine glatte Verdoppelung der Stundenzahl des Fachs in der Mittelstufe dar.

Das Fach Wirtschaft und Recht war und ist Kernfach. Im WWG wurde es in der Jahrgangs-stufe 8 einstündig als Pflichtfach und vier- (Jahrgangsstufe 9 und 10) bzw. dreistündig (Jahrgangsstufe 11) als Kernfach unterrichtet. Im WSG-W sind es nun 2 Stunden in den Jahrgangs-stufen 8, 9 und 10. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, in der Jahrgangsstufe 10 zusätzlich 2 Profilstunden für dieses Fach zu verwenden. Stundenmäßig bedeutet dies eine Reduzierung der Stundenzahl (bei Verwendung der beiden Profilstunden im Fach Wirtschaft und Recht) um ein Drittel von 12 auf 8 Jahreswochenstunden. Für die Wahl des Schulzweigs hat dies ebenfalls Konsequenzen. Im G9 erfolgte die Wahl des Zweigs in der Jahrgangsstufe 8 für die 3 folgenden Jahre. Das einstündige Fach Wirtschaft und Recht war eine Art „Schnupperfach“ in der 8. Klasse. Dort konnte das Fach ausführlich vorgestellt und den Schüler/innen ein bleibender Eindruck vermittelt werden. Dieser Vorteil entfällt im WSG-W. Für die Schüler-/innen und deren Eltern muss das Fach Wirtschaft und Recht mit seinen Inhalten als vollständig neues Fach erläutert werden.

Das im WWG zweistündig (Jahrgangsstufe 9 und 10) bzw. dreistündig (Jahrgangsstufe 11) unterrichtete Fach Rechnungswesen wurde ersetzt durch Wirtschaftsinformatik, das in den Jahrgangsstufen 8, 9 und 10 jeweils zweistündig unterrichtet wird. Es besteht ebenfalls die Möglichkeit, die beiden Profilstunden der 10. Klasse hier einzusetzen. Dieses Fach bedeutet im Fächerkanon des Gymnasiums etwas völlig Neues. Wirtschaftsinformatik wird ausschließlich am WSG-W unterrichtet. Aufbauend auf den Informatikinhalten in Natur und Technik der Jahrgangsstufen 6 und 7 werden hier Lerninhalte und Fähigkeiten der Informationswissenschaften unter Einbeziehung des Rechnungswesens als Informationsinstrument vermittelt. Das Fach kann bis zum (mündlichen) Abitur weitergeführt werden.

Hier ergibt sich eine ganz deutliche Unterscheidung des WSG-W zum „alten“ WWG, aber auch in der Abgrenzung zu den anderen gymnasialen Zweigen. Während im WWG Rechnungswesen als Ergänzung zum Kernfach Wirtschaft und Recht gesehen werden konnte und die Profilierung in der Oberstufe mit der Wahlmöglichkeit des Leistungs- oder Grundkurses Wirtschaft und Recht geschah, kann sich das WSG-W mit dem neuen, modernen und eigen-ständigen Fach Wirtschaftsinformatik bereits in der Mittelstufe profilieren. Da zudem in der Oberstufe die Möglichkeit besteht, zu Wirtschaft und Recht ein entsprechendes P- und/oder W-Seminar zu belegen, Wirtschaftsinformatik weiter zu betreiben und sogar als mündliches Abiturfach zu wählen, kann sich das WSG-W von anderen gymnasialen Zweigen deutlicher als früher abgrenzen und ein eigenständiges Profil entwickeln.

Vor allem in der 10. Jahrgangsstufe des WSGW-Zweiges ist das Fach mit 4 Wochenstunden Wirtschaft und Recht stark vertreten, wodurch in dieser Jahrgangsstufe viele Themen vertieft werden können und genug Zeit für verschiedene Projekte bleibt. Als verbindliches Projekt wird in der 10. Jahrgangsstufe des WSGW-Zweiges eine Unternehmensgründung durchgeführt. Die Schüler haben dabei die Möglichkeit, die ersten Schritte einer Unternehmensgründung in Form eines handlungsorientierten Projektes zu erfahren. Die dabei erworbenen Kenntnisse können dann im P-Seminar „Unternehmensgründung“ in der Oberstufe in der Praxis umgesetzt werden.

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