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Cannes ist eine schöne Stadt. Noch viel schöner ist Cannes allerdings mit interessanten Menschen, einem tollen Programm und zahlreichen neuen Erkenntnissen. Und genau dies ist mir vergangene Woche zuteil geworden.

Bei durchgehend schönem Wetter forschte ich mit 19 weiteren Teilnehmern an verschiedenen physikalischen Aufgabenstellungen, besuchte das beeindruckende Satellitenbauwerk Thales Alenia Space und verbrachte eine unvergessliche Woche mit Menschen unterschiedlichster Herkunft. Doch beginnen wir von vorne. Als ich am Sonntag in Nizza landete, wurde ich von einem unserer Betreuer, Lucas, sehr herzlich begrüßt. Nach und nach landeten auch die anderen Teilnehmer: Italiener, Franzosen, Deutsche, und auch eine Algerierin. Jede Stadt, die Trägerteile für die Arianerakete herstellt, dürfte dabei einen Teilnehmer nach Cannes entsenden. Bald, doch spätestens beim gemeinsamen Abendessen zeigte sich, dass die Chemie unter uns Teilnehmern stimmte. Alle verstanden sich, die Aufgaben der folgenden Woche konnten kommen.

Am Montag besuchten wir den Filmpalast von Cannes und wurden im Rathaus der Stadt empfangen, wo wir einem Vortrag über die Wichtigkeit Europas und den Beitrag von Programmen wie dem der CVA zuhörten. Gerade in der aktuellen Zeit ist es schließlich wichtiger denn je miteinander zu arbeiten. Abends beschäftigten wir uns mit der Funktionsweise und der Herstellung eines Kompasses in der Wildnis und fielen danach alle ziemlich erschöpft ins Bett. Am Dienstag bauten wir einen Solarofen, in dem wir Schokolade für ein Fondue schmolzen – dieses Experiment war ebenso interessant wie lecker. Im Verlaufe des Tages gingen wir baden und hatten einen kulturellen Abend. Die Highlights der Woche waren jedoch definitiv der Mittwoch und der Donnerstag. Am Mittwoch waren wir Kayakfahren und erforschten die kleinen Inseln vor Cannes. Am Nachmittag besuchten wir anschließend die Firma Thales Alenia Space, welche Satelliten für beinahe alle Länder der Erde fertigt. Die einzelnen Fertigungsschritte, Komponenten und Funktionen der Satelliten wurden uns von einem Mitarbeiter erläutert und gezeigt. Mich persönlich hat das zutiefst beeindruckt, einen solch tiefen Einblick in die Produktion der Satelliten bekommt man nur selten, wenn nicht sogar nie. Auch der Donnerstag war ein ausgesprochen toller Tag. Zum ersten Mal in meinem Leben ging ich Tauchen, was eine tolle Erfahrung war. Von Fischen, über Seesterne und Wasserschnecken gab es vieles zu entdecken einige Meter unterhalb der Wasseroberfläche. Der folgende Abend drehte sich dann natürlich um das EM-Halbfinale Deutschland gegen Frankreich. Obwohl wir uns bereits alle sehr ans Herz gewachsen waren, gab es an diesem Abend zwei gegnerische Lager. Der Endstand ist uns allen bekannt – Chapeau!

Am Freitag und Samstag folgte dann die Stunde der deutschen Ingenieurskunst: wir bauten ferngesteuerte Autos. Während die meisten noch mit dem Löten haderten, lief mein Auto bereits rund und ich konnte mich voll und ganz auf den Feinschliff konzentrieren - mit Erfolg! Ich baute das schnellste Auto und erntete wohlwollende Kommentare meiner Kollegen. Samstagabend gingen wir zusammen zum Abschluss in die Stadt und verabschiedeten uns langsam von Cannes.

Auch wenn eine Woche nur eine kurze Zeit ist, so haben wir doch viel miteinander erlebt und einige Freundschaften geschlossen. Die wissenschaftlichen Ferien der CVA sind ein mehr als empfehlenswertes Programm und ich kann es jedem nur raten, sich dafür zu bewerben.

Weitere Informationen zu der "Science Holidays"-Woche in Cannes finden Sie auch im Blog!

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