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19 Schüler (10. Klassen und Q11) und zwei Lehrer (Frau Keller und Herr Burkhart) brachen am 10. April 2012 zu einem gemeinsamen Besuch in Augsburgs Partnerstadt Dayton auf. 10 Tage in einer amerikanischen Familie zu leben, daran muss man sich erst einmal gewöhnen. Den ganzen Tag über nur Englisch hören, sprechen und lesen, die eigene deutsche Muttersprache lediglich in Gesprächen mit den anderen Austauschteilnehmern hin und wieder zu verwenden. Wir, die Schüler des Jakob-Fugger-Gymnasiums, befanden uns vor kurzem genau in dieser Situation im Rahmen eines Schüleraustauschs mit Augsburgs Partnerstadt Dayton.

Ja, wir können Englisch

Zu Beginn war diese Umstellung für uns alle eine große Hürde, doch bereits nach ein paar Tagen hatten wir uns irgendwie daran gewöhnt. Da machte sich eben doch der Englischunterricht, den wir nun seit der fünften Klasse hatten, bemerkbar. Sicherheitshalber hatten manche von uns dennoch ihr Wörterbuch in der Tasche, doch trotzdem lernten wir in dieser Zeit Wörter, deren englische Übersetzung uns unbekannt war, schnell und einfach zu umschreiben. Ein Schüleraustausch nach Amerika ist nun mal etwas komplett anderes als der gewöhnliche Englischunterricht zu Hause. Hier blieb uns schließlich nichts anderes übrig als die eigenen Gedanken irgendwie auf Englisch auszudrücken. Auch unsere Gastfamilien waren stets verständnisvoll und geduldig und lobten uns sogar für unser (meist) flüssiges und grammatikalisch richtiges Sprechen. Die richtige Aussprache bekamen wir so auch hautnah in den Familien mit und konnten schon nach ein paar Tagen problemlos in den Läden auf den bei den Amerikanern sehr beliebten Smalltalk der Leute eingehen. Es war großartig von der jahrelang gelernten Sprache endlich richtig Gebrauch zu machen und zu sehen, dass sich die Jahre des Vokabeln- und Grammatiklernens doch bezahlt gemacht haben.

Schule hier und dort – die feinen Unterschiede

Auch das alltägliche Schulleben läuft in Amerika im Gegensatz zu Deutschland ein wenig anders ab. Am Montag durften wir einen Tag in der katholischen Privatschule Chaminade-Julienne, welche unsere Austauschschüler besuchen, erleben. Dieser Besuch brachte einige neue Erfahrungen mit sich, da uns viele Dinge dort zunächst neu und vor allem ungewohnt erschienen. Beispielsweise startet der Unterricht dort jeden Tag mit einigen Liedern zum wach werden, dem Gebet und dem üblichen Treuegelöbnis gegenüber der Nation und der Flagge der Vereinigten Staaten, welche als Lautsprecherdurchsage durch die typisch amerikanischen Gänge und durch alle Klassenzimmer hallen. Danach beginnt der Unterricht, welchen man mit den unterschiedlichsten Fächern belegen kann. So gibt es zum Beispiel ein Fach namens ''Flight',' in dem man Schulereignisse plant und organisiert, oder auch ''Study Hall'', zum Erledigen der Hausaufgaben IN der Schule. Zwischen den Unterrichtsstunden ertönt die gewöhnungsbedürftige Klingel und die gesamte Schule drängelt sich zuerst zu ihrem Schließfach, und danach in das nächste Klassenzimmer, denn im Gegensatz zu Deutschland hat in Amerika jeder Lehrer sein eigenes Klassenzimmer, welches aufgrund dieser Tatsache auch deutlich gemütlicher als in den üblichen deutschen Klassenzimmern eingerichtet war. Nach weiteren Schulstunden hatten wir dann unsere lang ersehnte und einzige Pause, die leider nur eine halbe Stunde lang war. So verging unser erster Schultag, mal mehr, mal weniger interessant und lustig, bis schließlich um drei Uhr noch einige Ansagen und das Abschlussgebet durchgesagt wurden. Danach durften wir noch unseren Austauschschülern bei ihren zahlreichen sportlichen Schulaktivitäten, wie Football, Rudern oder auch Baseball zusehen.

Autos, Kühlschränke und The American Way of Life

Auch in den Familien erkannten wir im Vergleich zu Deutschland einige kleine aber feine Unterschiede. Dazu zählten zunächst einmal die viel größeren Häuser, die oft auch ein eigenes Basketballfeld und einem schönen Vorgarten hatten, sowie pro Familie mehrere große Autos, was dort eben einfach der allgemeine Standard ist. Ob zu Walmart oder in die Mall, durch den TacoBell-Drive-In oder die nächst gelegene Eisdiele, überall wird mit dem Auto hingefahren. Bei den amerikanischen Entfernungen vor allem in den Vororten und auch den im Vergleich zu Deutschland eher niedrigen Benzinpreisen ist dies auch durchaus möglich und sogar oft einfach nötig. An das häusliche Leben der überaus freundlichen Familien gewöhnten wir uns auch recht schnell und gern. Hatte man erst einmal die Bedienung des riesigen Kühlschrankes oder das Schloss an der Klotüre verstanden, konnte man in Ruhe durch die zahlreichen Fernsehsender zappen und es sich mit einer kühlen Cola und einem Erdnussbuttersandwich auf der Couch gemütlich machen. Alles in allem war es ein sehr interessantes und lustiges Erlebnis, dass uns allen die doch sehr großen Unterschiede zwischen Deutschland und Amerika und dem alltäglichen Leben dort bewusst machte.

New York, New York

Abgerundet wurde die Reise von einem viertägigen Abstecher nach New York, wo uns noch einmal ganz andere Größenverhältnisse erwarteten. Nach einem knapp zweistündigen Flug landeten wir in New York. Dort ging es dann erst einmal zum Hotel. Auf der Fahrt dorthin konnten wir schon einige Eindrücke der Stadt sammeln. Nach einer kurzen Erholungspause gelangten wir über die 5th Avenue und über die öffentliche Bücherei zum Trumpbuilding. Hier wurde deutlich wie imposant die Häuser in New York sind. Daraufhin besuchten wir den Central Park. Hierzu ist zu erwähnen, dass der Name „Grüne Lunge“ wirklich passt. Man ist in fünf Schritten von der Großstadt in einem ruhigen Park oder andersrum. Am Abend ging es dann noch auf das Rockefeller Center. Von hier konnten wir eine atemberaubende Aussicht, zum Glück mit Sonnenuntergang, genießen. Zum Tagesabschluss besuchten wir den hell erleuchteten, blinkenden Times Square. Am Samstag schauten wir uns die Erinnerungsstätte des 11.09.2001 an. An diesem Ort wurde uns das Ausmaß dieser Katastrophe bewusst. Als Nächstes stand die Wall Street, die Börse New Yorks mit dem Bankenviertel, auf dem Programm. Danach machten wir uns auf dem Weg zur Brooklyn Bridge. Bei strahlendem Sonnenschein ging es dann noch in die Stadtteile Little Italy und Chinatown. Den Tag darauf besichtigten wir das Wahrzeichen New Yorks: die Freiheitsstatue. Mit dem Schiff gelangten wir auf die Insel Liberty Island, auf der sie sich befindet. Voller Staunen betrachteten wir diese gigantische Statue. Im Anschluss fuhren wir noch nach Ellis Island, auf der früher die ankommenden Immigranten untersucht wurden. Die letzten Stunden unseres Aufenthalts verbrachten wir damit, den Grand Central Terminal, den größten Bahnhof New Yorks, und das Gebäude der UN (Vereinte Nationen) zu besichtigen. Alles in allem wurde uns bewusst, dass New York eine hektische, aber trotzdem eine schön anzuschauende Stadt ist.

Weitere Bilder finden Sie hier!

Vera Mergle, Stefanie Röger, Martina Jaumann (Q11) (Teil 1 über Dayton),
Christoph Peter (10d) (Teil 2 über New York)

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