Menü

Eine grandiose Vision in unchristlichen Zeiten! Dieses Fazit zog der junge Historiker Bent Jörgensen in seinem Vortrag zum Augsburger Religionsfrieden 1555 in der Reihe des FuggerForums. Mit dieser Veranstaltung klinkte sich das JFG in die Jubiläums-Feiern der Stadt Augsburg zur 450jährigen Wiederkehr dieses Ereignisses ein.

Bent Jörgensen präsentierte diskriminierende Flugschriften und Karikaturen, die das vergiftete Verhältnis zwischen katholischen und evangelischen Christen beleuchteten. Man sprach sich sogar gegenseitig das Recht ab, sich christlich zu nennen. Geradezu mit dem Teufel sich verschworen zu haben, waren häufige Vorwürfe der damaligen Zeit.

Deshalb müsse man historisch den Augsburger Religionsfrieden durchaus als Fortschritt betrachten, auch wenn er von heute aus betrachtet eher bescheidene Ergebnisse zeitigte. Es war sicherlich, so Jörgensen, noch lange nicht der Beginn einer Toleranz der beiden Konfessionen. Für die Menschen im 16. Jahrhundert brachte es immerhin eine Friedensphase von über fünfzig Jahren, die erst im 20. Jahrhundert, also nach dem 2. Weltkrieg, übertroffen wurde.

Im Anschluss an den Vortrag gab der Schüler Michael Köhle aus der 11. Klasse mit einer Power-Point-Präsentation einen Einblick in ein Projekt, das mit dem Geschichtslehrer Michael Kottke im Schuljahr zuvor erstellt worden war. In einzelnen historischen Stationen wurde sichtbar, wie schwierig der Weg zu Toleranz war und auch heute noch ist. Abgerundet wurde der Abend von einer kleiner Schau an Stellwänden zum gleichen Thema, die der Geschichtslehrer Michael Prochaska mit Schülern erarbeitet hatte.

Zum Seitenanfang